Willy-Brandt-Ausstellungseröffnung und Sommerfest

Veröffentlicht am 19.09.2013 in Ortsverein

Haßmersheim jg Gleich zweimal am Wochenende lud der Ortsverein Haßmersheim die Bevölkerung zu Veranstaltungen ein: Am Samstag eröffnete der Vorsitzende Karlheinz Graner zusammen mit Bundestagskandidatin Dr. Dorothee Schlegel vor Publikum eine Ausstellung über Willy Brandt. Brandt war als erster sozialdemokratischer Kanzler für viele Hoffnungsträger. Weil er damals für einen neuen, offeneren Politikstil stand, spricht man bis heute von einem „Neustart der Demokratie“. Der spätere Friedensnobelpreisträger sorgte während seiner Kanzlerschaft für eine Annäherung der beiden deutschen Staaten und die Aussöhnung mit Polen.
Graner betonte bei der Eröffnung, dass neben dem Jubiläum der Bundespartei, auch die Geschichte des Haßmersheimer Ortsverband sich sehen lassen kann. Seit vielen Jahrzehnten (genau genommen seit 100 Jahren) sei der Ortsverein beteiligt an dem Gemeindeleben und gestalte dieses aktiv mit. Wie z.B. in der letzten Woche mit dem Besuch vom Fraktionsvorsitzenden im Landtag Claus Schmiedel, Regierungspräsidentin Nicolette Kressl, MdB Josip Juratovic, MdL Georg Nelius, OB Blättgen aus Bad Rappenau und Herrn Huber mit Herrn Michels vom Wasser u. Schifffahrtsamt in Heidelberg zum Thema Schleusenverlängerung, und ist ein Radweg im Schleusenbereich möglich. Zur großen Freude aller, konnte die Regierungspräsidentin mitteilen, dass der Radweg zwischen Neckarmühlbach und Haßmersheim in 2014 in Angriff genommen wird.
Dorothee Schlegel ging in ihrer Rede auf die vielen bedeutsamen Persönlichkeiten der sozialdemokratischen Geschichte ein, die die Partei immer auf die Höhe der Zeit hielten.
Darunter August Bebel, der als einer der Ersten sich für Frauenrechte stark machte und die „soziale Unabhängigkeit und Gleichstellung der Geschlechter“ forderte. Daneben nannte Schlegel das erste demokratisch gewählte Staatsoberhaupt Deutschlands, Friedrich Ebert, geboren in Heidelberg. Nicht nur er war ein glühender Verteidiger der Republik, auch Otto Wels, stellvertretend für die ganze SPD, habe in dem dunkelsten Kapitel der deutschen Geschichte außerordentlichen Mut bewiesen. In der BRD waren es die Kanzler Brandt, Schmidt und Schröder, die mit praktischer Vernunft die Geschicke Deutschlands leiteten. In dieser Tradition stehe auch Peer Steinbrück, der als Kanzler mit der SPD die neuen Aufgaben Deutschlands lösen will.
Denn es sei, so Schlegel, noch viel zu tun im Bereich der Erwerbsarmut, der Gleichstellung von Mann und Frau und der Bildung.
Dafür wolle auch sie im Bundestag kämpfen und erinnerte dran, dass sie bei Weitem nicht die erste sozialdemokratische Abgeordnete aus dem Wahlkreis Odenwald-Tauber wäre: Von 1965-1972 war Klaus Richter, Lehrer aus Wertheim, Mitglied des Deutschen Bundestages. Richter engagierte sich unter anderem für den Rat der Europäischen Bewegung als Parlamentarischer Sekretär.
Von 1972 bis 1976 vertrat Hansmartin Simpfendörfer aus Weikersheim den Wahlkreis in Bonn, dieser war ebenfalls Lehrer und Mitglied des wichtigen Haushaltsausschusses.
Brigitte Adler, vorher Landtagsabgeordnete, erlangte dreimal das Mandat über einen Listenplatz. Von 1987 bis 2002 war sie unter anderem Schriftführerin des Ausschusses für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung.
Nun setzte die SPD nach elf Jahren alle Kraft ein mit einem günstigen Listenplatz wieder eine Vertreterin nach Berlin zu schicken.
Nach der Eröffnung der Ausstellung und nach dem Jubiläumsfilm der SPD wurden zahlreiche Mitglieder des Ortsvereins für ihr langjähriges Engagement ausgezeichnet. Für 15 Jahre Anni Harnisch und Werner Dörr, für 20 Jahre Sylvia Zimmermann, für 25 Jahre Roland Peter und Rosemarie Graner und für 30 Jahre Hans-Albert Scheller. Es sind die Mitglieder der Ortsvereine, die die Basis der Partei bilden und sich um das Gemeinwesen verdient gemacht haben.
Ein Beispiel dafür ist das traditionelle Sommerfest der Haßmersheimer SPD am darauffolgenden Sonntag gewesen. Wildgulasch und Spanferkelrollbraten lockten viele Einwohner bei wechselhaftem Wetter in die Festhalle. Wie jedes Jahr wurde ein Quiz veranstaltet. Den ersten Preis, eine Berlinfahrt , gewann Johannes Höfer aus Haßmersheim. Über den zweiten Platz, einen Ausflug in den Stuttgarter Landtag, durften sich Rainer Heck und Brunhilde Tackenberg, beide auch aus Haßmersheim, freuen.