Drei Landkreise, eine Vision: 100 Prozent Erneuerbare Energie

Veröffentlicht am 16.09.2010 in Kreisverband

Unter dem Titel „Drei Landkreise. Eine Vision: 100Prozent Erneuerbare Energie“ stand die Veranstaltung der SGK bei der sich Sozialdemokraten, Gemeinde- und Kreisräte der Landkreise Neckar-Odenwald, Main-Tauber und Hohenlohe sowie Experten auf dem Gebiet der erneuerbaren Energie trafen um sich über die Bioenergieregion H-O-T zu informieren und über die Vision 100 Prozent autarke erneuerbare Energie in diesen drei Landkreisen zu diskutieren.

Begrüßt wurden die Gäste durch den Kreisvorsitzenden der SGK, u. stellvertretenden Vorsitzenden der SPD-Kreistagsfraktion Karlheinz Graner, der als einer der Hauptinitiatoren der Sozialdemokraten im NOK in der Bioenergie-Region Hohenlohe-Odenwald-Tauber gilt. Er hob hervor, dass man den Menschen die Sicherheit gewährleisten muss, dass sie in 70 Jahren noch immer mit Energie versorgt werden, wenn es keine fossilen Brennstoffe und kein Uran mehr gebe. „Man muss die uns von der Natur gegebenen Elemente: Sonne, Wasser, Luft und Erde nutzen“.es habe sich schon viel im Kreis getan, so sind beispielsweise alle Gebäude, die dem Kreis gehören, mit Photovoltaik ausgerüstet worden und drei Biomaßkraftwerke wurde gebaut, mehrere Biogasanlagen sind in Betrieb und ein Großteil der Liegenschaften des Kreises sind energetisch Saniert. Dies alles könne man jedoch vergessen, hätte die Rot/Grüne Bundesregierung im Dezember 1999 das Erneuerbaren-Energien-Gesetz (EEG) nicht eingebracht, und im Januar 2000, gegen die Stimmen von CDU/CSU, FDP und PDS durchgesetzt, so Graner. Landrat Dr. Achim Brötel (CDU) hob hervor, dass der Neckar-Odenwald bereits 60 Prozent mehr elektrische Energie erzeugt als seine Bürger verbrauchen und somit bereits Energie exportieren kann. So konnte seit Abstellen des KWOs und der Einführung der Bioenergie-Region H-O-T 2006 pro Jahr eine Tonne CO2 pro Einwohner im NOK eingespart werden. Diesen Erfolg müsse man fortsetzten. Im Vordergrund dürfe aber nicht nur die Ökologie sondern müsse auch die Ökonomie stehen. Erneuerbare Energien ermöglichen es die Wertschöpfung im eigenen Landkreis zu lassen und dadurch Arbeitsplätze zu schaffen und das Handwerk zu stärken. Landtagsabgeordneter Georg Nelius (SPD) hob die bereits erreichten Erfolge hervor. So wurde die Energieregion H-O-T zu einer von 25 Energieregionen bundesweit gekürt. Dieser Verdienst wurde nur dadurch möglich, dass der gesamte Kreistag, parteiübergreifend gehandelt hat.
Im Anschluss stellte Geschäftsführer Sebastian Damm die Bioenergie-Region H-O-T GmbH vor, dessen Gesellschafter die drei Landkreise sind. Die Vision ist, 100 Prozent erneuerbare Energien und eine Null-Emissions-Region zu entwickeln. Dies soll durch den Anbau verschiedenster Biomassen geschaffen werden. Der Anbau im eigenen Kreis gewährt Unabhängigkeit, stärkt die heimischen Landwirte und gibt ihnen neue Perspektiven. Dabei dürfe der Natur kein Schaden zugefügt werden. Ebenso müsse die Energieeffizienz von - nicht nur öffentlichen - Gebäuden gesteigert werden. Alle Formen der Erneuerbaren Energien sollten in der Region mindestens so stark ausgebaut werden, dass sich die Bürgerinnen und Bürger selbst mit Strom und Wärme versorgen können. Hierfür müssten neue Biomassekraftwerke, Solaranlagen und Wasserkraftwerke initialisiert werden. Die Bioenergie-Region H-O-T berät Bürgerinnen und Bürger, Initiatoren und Gemeinden und will mithelfen, dass die geplanten Projekte unter ökologischen und ökonomischen Gesichtspunkten umgesetzt werden.
„Unser Land braucht mehr erneuerbare Energien!“, sagt MdL Thomas Knapp, umweltpolitischer Sprecher der SPD-Landtagsfraktion. Er stellte die Idee der Landesagenda 2020 vor: Bis zu dem Zeitpunkt solle in Baden-Württemberg der Anteil erneuerbarer Energien auf 20 Prozent steigen. „Dies ist keineswegs utopisch und schon längst Beschlusslage der EU, lediglich die schwarzgelbe Landesregierung bremst dies mit ihren Plänen aus!“ so Knapp. Allein in der Produktion von Anlagen zur regenerativen Energiegewinnung könnten bis 2020 bundesweit über eine halbe Million Arbeitsplätze geschaffen werden, rund 70.000 davon in Baden Württemberg.
Als letzter Referent folgte Klaus Schuster, Abteilungsleiter Energietechnik der M+W Group aus Stuttgart. Er zeigte aktuellen Techniken und erklärte die Funktionen der verschiedenen Anlagen. Abgerundet wurde die Veranstaltung durch die Diskussion zwischen den kommunalen Politikern und den Experten. Informationen zum Thema erneuerbare Energie gibt es im Internet unter www.bioenergie-region-H-O-T.de, www.spd-nok.de und www.spd.landtag-bw.de.