SPD Hassmersheim

Zukunft der Pflege in aller Munde

Pressemitteilungen

Diskussion mit Dr. Dorothee Schlegel, MdB, in Haßmersheim

„Die Zukunft der Pflege ist in aller Munde“, erklärt die für die Menschen in Odenwald-Tauber zuständige SPD-Bundestagsabgeordnete Dr. Dorothee Schlegel bei einer öffentlichen Diskussionsveranstaltung in Haßmersheim, in der es um den Pflegenotstand, Burnout oder Selbstausbeutung ging.

Auf Einladung der Sozialdemokratischen Gemeinschaft für Kommunalpolitik (SGK) und der SPD im Kleinen Odenwald diskutierten gut 30 Interessierte im Gasthof Ritter die Frage „Sparen wir uns krank?“.

Begrüßt wurden die Gäste, darunter die Bürgermeister Michael Salomo und Walter Neff sowie die Kreistags-Fraktionsvorsitzende Heide Lochmann, vom örtlichen SPD-Vorsitzenden Karl-Heinz Graner. Er freute sich besonders, Jutta Steinmetz-Thees, Bereichsleiterin beim Caritas-Verband im Main-Tauberkreis, willkommen zu heißen, die kurzfristig für die erkrankte Hauptreferentin und ehemalige baden-württembergische Sozialministerin Katrin Altpeter eingesprungen war.

Mit den Fragen: „Wie soll Pflege in Zukunft aussehen?“ und „Was wird in Haßmershein gebraucht?“, leitete Graner zu einem Einstiegsreferat von Jutta Steinmetz-Thees über, die sich grundsätzlich positiv über die jüngste Reform der Pflege-Ausbildung äußerte: „Endlich kommt die Generalistik, denn sie ist für die jungen Menschen interessanter“, so Steinmetz-Thees. Sie bemängelte, dass die endgültige Einführung der Generalistik so lange dauerte, weil einige, insbesondere private Träger befürchteten, dass mit ihrer Einführung die Personalkosten steigen werden. Kritisch sei auch, dass viele junge Ausgebildete in die Schweiz oder nach Dänemark gingen, weil in Deutschland der Pflegeschlüssel zu hoch sei. In der sehr lebhaften Diskussionen standen die Arbeitsbedingungen im Gesundheitssektor und die Pläne der SPD für eine bessere Bezahlung und Wertschätzung für alle Sorgeberufe wie Erzieherinnen und Pflegekräfte im Vordergrund. Dr. Schlegel betonte, dass die Situation der Pflege von allen gemeinsam zu stemmen sei, von den Kommunen, von Land, Bund und von den Trägern: „Es gibt viele Hausaufgaben, dazu zählt vor allem die Verringerung des Pflegeschlüssels.“ Die Politikerin lobte, dass bei der Reform von der Bundesregierung auf Initiative der SPD eine Personaluntergrenze eingeführt wurde. „Es müssen Anreize geschaffen werden“, erklärte sie, „damit Menschen im Pflegebereich arbeiten wollen. Die Pflegekräfte müssen sich noch mehr solidarisieren, auch über Zusammenschlüsse auf übergeordneter Ebene, um mit den Arbeitgebern ins Gespräch zu kommen und stärker auftreten zu können.“

Auch die zu Pflegenden und ihre Angehörigen wurden ermutigt, sich bei Missständen zu vernetzen und auszutauschen. Denn in Würde zu leben, darauf haben alle Anspruch, so die Bundestagsabgeordnete.

Abschließend waren sich alle einig, dass Pflege ein Thema ist, das alle angeht. Schlegel erklärte: „Wir wollen, dass Familie, Beruf und Pflege besser zusammengehen. Familien sollen die Möglichkeit haben, berufliche und familiäre Aufgaben gerecht aufzuteilen. Und: Pflegefachkräfte verdienen mehr Anerkennung. Mehr Anerkennung heißt selbstverständlich auch mehr Geld – aber auch bessere Arbeitsbedingungen. Nur so kann gute Pflege gelingen.“